C.C. Ferenbach - Geschäftsführer

Dieser typische französische Wein, der zum Zeitvertreib von zwei amerikanischen Freunden erworben und sich zu einem Erzeugnis von erlesener Qualität entwickelt hat, ist dank der kommerziellen Dynamik seiner Besitzer auf dem Weg, zu einem der besten Botschafter des Fronsac zu werden. Ein Paradox!

Die Besitzer von Château La Vieille Cure haben nunmehr nur eine Zielsetzung, nämlich Geschäfte zu tätigen. Wenn im Jahre 1986 Colin C. Ferenbach und sein Freund Peter Sachs, zwei Amerikaner, die seit langen Jahren für Frankreich und seine Weine eine besondere Vorliebe hegen, nur eine kleine aber erträgliche Anlage vornehmen wollten, die ihnen erlaubte, ein besonders reizvolles Häuschen mit einigen Weinstöcken in ihrer bevorzugten Weingegend zu besitzen, so sind sie heute fest entschlossen zusammen mit ihrem dritten Verbündeten, Bernard Soulan, ihre Anlage in klingende Münze umzusetzen. Ihre Waffe: der Château La Vieille Cure. Ihr Streitross: die Bezeichnung Fronsac.

Wenn man Colin C. Ferenbach die Frage stellt, warum sie sich für die Herkunftsbezeichnung Fronsac entschieden haben, ist die Antwort ganz eindeutig: „zu jener Zeit waren die Prestige-Herkunftsbezeichnungen unerschwinglich und die meisten Weingüter, die zum Verkauf  ausgeschrieben waren, wurden von Versicherungsgesellschaften erworben. Wir hatten zwar einen starken Dollar, aber das war nicht rausreichend“.

Trotz ihrer Enttäuschung hatten die beiden Freunde Glück: nach der Besichtigung von mehr als fünfzehn Weingütern, verfügten sie über ein geschultes Auge und sie verstanden es, dadurch eines der Kleinode des Fronsac aufzuspüren.

Auf einem sanften Hügel mit einem Höhenunterschied von sechzig Metern schmückte sich das perfekt restaurierte Weingut mit zwei Rebflächen in sonniger Lage. „Der Boden von Château La Vieille Cure hat die gleiche geologische Formation wie die Hochebene von Saint Emilion", erklärt C.C. Ferenbach mit zufriedener Miene „und schon damals ließ sich der Wein genussvoll  verkosten!“  Tatsächlich verfügt der Château La Vieille Cure über einen hohen Beliebtheitsgrad, einschließlich in unserer Redaktion. Die einzige Schattenseite: das noch handwerklich angelegte Weinlager, der Mangel an Investitionen in die Betriebseinrichtungen und ganz besonders die Vermarktung und der Bekanntheitsgrad des Weines auf dem französischen Markt.


Diese zahlreichen Hemmnisse haben die drei Geschäftsleute entschlossen aus dem Wege geräumt und sehr viel Geld investiert - 11 Millionen FF (1.6 M€), fast ebensoviel wie für den Kaufpreis des Weingutes - mehr als die anfängliche Investition vermuten ließ. "Mehr als 5.000 Kilometer liegen zwischen meinem Weingut und meinem Wohnort“ bemerkt C.C. Ferenbach, „ aber dank der Fähigkeit der Mitarbeiter, die wir gewählt haben, um uns zu beraten und von denen die meisten zu wirklichen Freunden geworden sind,  leisten wir gute Arbeit.“

Sie haben tatsächlich die Besten um sich geschart. Michel Rolland ist der Önologe  des Weingutes. Als Nachbar erteilt er seine fachkundigen Ratschläge. Seit Januar 1993 hat Jean-Noël Hervé, Besitzer von Château Moulin Haut Laroque, offiziell die Geschäftsleitung verstärkt. Aber C.C. Ferenbach gibt offen zu: "Nicht zu vergessen sind die unzähligen und wertvollen Ratschläge unserer befreundeten Winzer, die zum größten Teil Mitglied des dynamischen Vereins Expression de Fronsac sind"

(...) Dem Château La Vieille Cure ist hier in Bordeaux ein vielbeachteter Durchbruch gelungen und heute, dank des effizienten Arbeitseinsatzes mehrer Importeure, ist er in mehr als fünfzehn Ländern präsent. 90 % der Verkäufe werden im Export getätigt, oft in Einkaufszentren, denn die ausländischen Käufer legen mehr Wert auf das Preis-/Qualitätsverhältnis. "Es ist der meistverkaufte Fronsac-Wein auf dem angelsächsischen Markt » bestätigt C.C. Ferenbach, wobei England sicher den Rekord hält, gefolgt von den Vereinigten Staaten, wo seine Präsenz nicht unerheblich ist. In New-York hat er seinen Stammplatz auf den Tischen von elf der fünfzehn besten französischen Restaurants.

CHANTAL NAIMI
Extrait de l'article "Un Fronsac à Manhattan" (RVF - Février 1994)


Chateau La Vieille Cure weinlager

 

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